The Black Hoodie Blog
Ratgeber für Reisende

Mein Mantra – der Wegbegleiter auf meiner Reise

Ich habe vor einiger Zeit eine kleine Blogparade ins Leben gerufen zu dem Thema “Mein Mantra – der Wegbegleiter auf meiner Reise” und bin froh, dass Ania & Daniel von Geh mal Reisen, Marion von Escape from Reality, Anna von die Gradwanderung und Julia von Globusliebe mitgemacht haben! Ein wahres fest an tollen Antworten über die non-plus-ultra Frage: „Was hilft uns beim Reisen, wenn es uns mal nicht so gut geht?“ beziehungsweise „Was ist unsere Lebensphilosophie?“ Hier die Antworten! Enjoy!

Ania & Daniel von Geh mal Reisen

Beitragsbild

Wir stellen uns mal so vor: Bei uns läuft alles, aber (leider?) selten was nach Plan. Ohne gute Lebensphilosophie wären wir da schon ordentlich durch mit den Nerven – aaaaaber: sind wir nicht 🙂

In Situationen, wo etwas nicht nach Plan läuft, sind wir der Überzeugung, dass man immer die Wahl hat, das Ganze von zwei Seiten zu sehen. Und die Krux dabei ist, eine davon abzulegen.

Zuerst die auf den ersten Blick einfache und schnelle Variante:
Man hält sich an dem Gedanken „Oh Gott, es ist nicht so, wie ich es wollte!“ fest und ärgert sich die kommenden Stunden oder Tage, dass es so gekommen ist. Egal, was es ist.

Die andere Variante beginnt meist mit demselben Gedanken, hat aber den kleinen bedeutenden Zusatz: „… alles klar, was habe ich jetzt für Möglichkeiten das Beste draus zu machen?“. Und genau diese Denke schafft es uns bei Laune zu halten!

Einmal sind wir in Vietnam aus dem Bus gestiegen und mussten (laut unserem Plan) noch 45min mit unseren Backpacks laufen, um zur nächsten Haltestelle zu kommen.

Endlich angekommen. Problem: Wir waren da, aber sonst nichts. Kein Bus. Keine Haltestelle.
Nur ein paar Leute, die uns mit großen Mitleidsaugen sagten, dass der Bus mittlerweile von woanders abfährt. „Die neue Haltstelle ist am Hafen, 45min von hier…“. Es dauerte nur Sekunden, bis wir checkten, dass er genau die Haltestelle meinte, von der wir vor gefühlten 4 Stunden losgelaufen sind.

So, wir stoppen die Szene hier mal. Denn das wäre jetzt der Moment gewesen, an dem entweder einer von uns dem anderen die Schuld für was auch immer gegeben hätte und beide genervt ins nächste Taxi gestiegen wären und sich dann noch aufgeregt hätten, Geld dafür zu bezahlen, was eigentlich nicht hätte sein müssen.

Das hätte der Moment sein können. War er aber nicht.

Denn wir haben uns nur angeschaut und drauflosgelacht. „Nicht ernsthaft jetzt, oder??“ Doch. Ernsthaft. „Alles klar, und nu? Bierchen holen und einen anderen Weg zurückgehen, um noch was von der Stadt zu sehen?“

Wir haben uns auf dem Weg zurück einen schönen Platz gesucht, zwischendurch verschnauft und die Aussicht eingesaugt. Einmal ist sogar der Satz gefallen „Eigentlich besser, dass es jetzt so gekommen ist!“, als die Sonne am Fluss unterging und wir unsere Backpacks als Lehnen nutzten.

Wir glauben, man hat immer und in jeder Situation Werkzeuge um sich herum, um aus einer ungewollten Lage noch das Beste rauszuholen. Das macht man viel zu selten. Als hätte man es verlernt.

Als Kind ging es noch: Man hat sich zum Spielen getroffen und dann ging es los. Man hat Spaß gehabt mit dem, was um einen war. Hat einfach aus allem, was die Umgebung so hergab, ein Spiel gebastelt oder sich eins ausgedacht.

Dann wird man erwachsen. Man lernt zu planen, sich Erwartungen, Ideale und Vorstellungen in den Kopf zu setzen. Verlernt dabei aber auf eine unvorbereitete Situation mit Spontanität und Kreativität zu antworten.

Alles, was im ersten Moment nicht in den Plan passt, ist meist negativ und man verlernt dabei das Schulternzucken: „Hm. Ok, so ist es jetzt nun mal.“ Der Satz erscheint nebensächlich – kann aber Wunder wirken!

An Dingen, die passiert sind, wird man selten etwas ändern. Fehl am Platz sind Worte wie hätte, wäre, könnte – und dennoch sind es die ersten Wörter, die einem in den Sinn kommen. Wir versuchen sie zu vermeiden und durch „alles klar, jetzt…“ und „na gut, dann…“ zu ersetzen.

Das Ganze wirkt nicht nur auf Reisen, sondern auch in alltäglichen Situationen:

Du bist im Supermarkt und merkst, deine Einkaufsliste liegt noch zu Hause?
„Alles klar, jetzt wird improvisiert. Mal schauen worauf ich Bock hab und was ich lange nicht mehr gekauft hab!“

Die Bahn streikt mal wieder?
„Na gut, dann biete oder suche ich mal eine Mitfahrgelegenheit an. Mal sehen, ob wer mit ein paar spannenden Geschichten im Auto sitzt.“

Du willst die Welt bereisen, aber sitzt stattdessen im Büro?
„Alles klar, Zeit zu überlegen, was ich wirklich will, was meine Träume sind, und wie ich sie erreichen kann – Schluss mit dem Aufschieben!“

… so haben wir es übrigens auch gemacht: Beschlossen, die Sichtweise mit dem „hätte, wäre, könnte“ abzulegen – und unseren Traum anzupacken, die Welt zu bereisen!

Tu, was du kannst,
mit dem, was du hast
und dort, wo du bist
(Franklin D. Roosevelt)

Marion von Escape from Reality

„Wird schon!“ – Warum mein Reise-Mantra ein guter Wegbegleiter auf Reisen ist.

Mein Mantra auf Reisen und im Alltag ist „Wird schon!“ Das klingt nun vielleicht nicht wirklich spektakulär, doch für mich ist liegt in diesen beiden Worten unheimlich viel Wahres und Tröstliches. Nämlich das Vertrauen darauf, dass sich jede noch so schwierige Situation lösen lässt – oder zumindest vorbei geht und auch wieder bessere Zeiten an Deine Tür klopfen.

Vielleicht lassen sich Deine vorher so genau geplanten Reisepläne nicht zu 100% verwirklichen, sei es aufgrund eines Streiks, Naturkatastrophen, Krankheit, sprich „höherer Gewalt“. Vielleicht wirst Du über den Tisch gezogen oder sogar beklaut. Vielleicht muss die Reiseroute geändert werden. Natürlich bist Du enttäuscht, vielleicht hast Du schon seit Jahren genau auf diese Reise hin gefiebert.

Vertraue darauf, dass wieder bessere Zeiten kommen. Zum einen geht natürlich Sicherheit vor – immer! Zum anderen entdeckst Du vielleicht etwas anderes, neues: ein alternatives Ziel, zu dem Du sonst nie gereist wärst, abenteuerliche Transportmöglichkeiten, die Hilfsbereitschaft der Menschen vor Ort oder den Zusammenhalt Deiner Reisegruppe. Wenn Plan A nicht klappt, freunde Dich mit Plan B an! Oder mit seinen Kumpels Plan C-Z… Es bringt nichts, sich aufzuregen, zu lamentieren, zu bereuen, etwas verpasst zu haben. Also lehne Dich zurück und denk dran: „Wird schon!“

Manchmal hat man auch richtige Reise-Pechsträhnen, alles scheint schief zu gehen. Kennst Du das? Vielleicht schon, oder? Ich will Dir mal von einigen meiner Reise-Pechsträhnen erzählen, die mich zu meinem Mantra auf Reisen gebracht haben:

Pechsträhne auf Mallorca: Arm gebrochen, Sonnenallergie und Magen-Darm
Eine richtige Pechsträhne hatte ich beispielsweise damals auf Mallorca. Eigentlich war ich dort für 2 Wochen mit dem Radverein. Wir hatten jede Menge schöne Radtouren geplant, im März ist das Wetter ideal dafür. Doch es kann auch schon mal einen ordentlichen Regenguss geben. Und genau einem solchen habe ich es zu verdanken, dass es schon am 2. Tag vorbei war mit den Radtouren. Durch den Regen werden Mallorca’s Straßen extrem rutschig und bei einer Abfahrt legte ich mich richtig hin. Mein Arm war gebrochen, ich war Stammgast beim Sport-Doc im Nachbarort. Ein Plan B musste her: Die Frühlingssonne am Pool genießen hat ja auch was für sich. Doch schon am nächsten Tag sah ich aus wie ein Streuselkuchen, die Mallorca-Akne, eine Art Sonnenallergie, hatte zugeschlagen. Zum krönenden Abschluss griff noch ein Magen-Darm-Virus im Hotel um sich, die Kloschüssel wurde mein bester Freund.

Ich muss zugeben, da lässt sich echt nichts Positives dran finden, es kamen einfach jede Menge unglückliche Zufälle und eine große Portion Pech zusammen. Aber hey, ich habe eine gute Geschichte von meiner Mallorca-Misere zu erzählen, oder?! Und im Nachhinein kann ich drüber lachen.

Schwarzer Montag in Bolivien: Dank Streiks und Straßenblockaden Salar de Uyuni verpasst
Vielleicht hätte ich auf dem Hexenmarkt von La Paz „Pachamama“, die Mutter Erde, um eine gute Weiterreise bitten sollen, denn diese stand unter schlechten Vorzeichen. Eine Stadttour durch La Paz, Ausflüge zum Valle de la Luna und zum Chacaltaya, der höchstgelegenen Skistation der Welt oder eine Downhill-Mountainbike-Tour auf der Death Road – eigentlich kann man es in La Paz ganz gut aushalten. Doch aufgrund eines Streikes mussten wir einen Tag länger bleiben und diesen verbrachten wir im Hotel. Denn auf den Straßen wurde alles andere als friedlich demonstriert. Laut unserem lokalen Guide, ging es darum, von welchem Hafen aus die bolivianischen Erdölvorkommen verschifft werden sollen. Die Regierung musste sich zwischen Häfen in Chile, Argentinien und Peru entscheiden. Da es zwischen Bolivien und Chile aufgrund der Geschichte immer wieder Spannungen gibt, will die Bevölkerung einen Zuschlag für Chile verhindern. Vom Hotel aus hörten wir die Rufe der Demonstranten und Böller – oder waren es Gewehrschüsse?! Jedenfalls hatten wir gehörigen Respekt…

Von La Paz sollte es mit dem Bus nach Oruro und von dort per Bahn zum Salar de Uyuni gehen. Salar de Uyuni, die größte Salzebene der Erde, ist sogar vom Mond aus zu erkennen. Sie liegt auf rund 3.600 Meter ü. NN, mehr als 600 Meter näher am Himmel als die Zugspitze. Die bizarr anmutenden Landschaften des Salzsees sollten eines der Highlights der Reise sein. Nach bangem Warten bekamen wir endlich grünes Licht für die Überlandfahrt mit dem Bus und ließen La Paz hinter uns. Wir würden es also doch noch zum Salar de Uyuni schaffen! Die geplante Jeeptour durch die Salzwüste schien zum Greifen nahe. Um Blockaden zu umfahren, ging es in einer Buskolonne über Schotterpisten in Richtung Oruro. Trotz Umwegen hätte uns der Bus rechtzeitig zum Bahnhof in Oruro gebracht… wäre da nicht eine massive Straßenblockade gewesen. Wir warteten über eine Stunde ab, ob es voran gehen würde. Doch als immer mehr Busse umkehrten, gaben auch wir auf und kehrten geknickt nach La Paz zurück – 6 Stunden Busfahrt umsonst. Unser Reiseveranstalter legte sich richtig ins Zeug, um eine Lösung zu finden. Schlussendlich flogen wir von La Paz nach Arica, von dort mit dem Nachtbus nach Calama und mit dem Mini-Bus weiter nach San Pedro de Atacama, so dass wir wenigstens eine kleine Ecke der chilenischen Salzwüste kennenlernen konnten. Die Lagunen mussten leider entfallen, da sie auf bolivianischem Boden liegen.

Natürlich ist es schade, dass ich eines der größten Highlights Südamerikas verpasst habe. Doch es steht nach wie vor auf meiner Bucketlist. Ich möchte eines Tages nach Bolivien zurückkehren und den Salar de Uyuni bereisen. Und ich vertraue darauf, dass das auch klappen wird! Frei nach meinem Reise-Mantra „Wird schon!“.

blogparade-mein-mantra-marion_html_2d8f070b Straßenblockade in Bolivien

Das Kreuz mit Kolumbien: Lädierter Rücken, Kamera und alle Bilder fort
Auch in Kolumbien hatte sich das Glück für ein paar Tage verabschiedet. In San Agustin, bekannt durch seine Felsskulpturen und mythischen Figuren, erkundete meine Reisegruppe mit zwei Gauchos auf dem Rücken der Pferde die Umgebung. Vorbei an mehreren Ausgrabungsstellen ging es zu unserem Ziel: „La Chaquira“, ein Aussichtspunkt hoch über dem Rio Magdalena. Doch auf dem Heimweg geriet ich auf einmal in Schieflage. Im gefühlten Zeitlupentempo rutschte mein Sattel auf die Seite, ich konnte mich nicht mehr halten. Und landete mit dem Rücken auf einem großen Felsbrocken. Hmpff… die Luft blieb mir weg, doch nach dem ersten Schrecken rappelte ich mich auf und schwang mich wieder in den Sattel, um den restlichen Weg ins Dorf zurückzulegen. Als ich mit meinem spärlichen Spanisch in der Apotheke mein Missgeschick schilderte, war mir das Mitleid der Apothekerin gewiss: „Ay, mi amor, qué dolor!“ Und eine Salbe gab es auch noch dazu.

Für diese sollte ich noch mehr als dankbar sein! Denn am nächsten Morgen rutschte ich auf den paar Stufen zum Bad aus und landete erneut auf dem Rücken. Dermaßen lädiert schlief ich abends in unserem nächsten Hostel im Fischerdörfchen Taganga schon früh ein und war völlig weggetreten. Meine Kamera hatte ich noch in der Dockingstation an der einzigen Steckdose des Raumes unter dem Fenster zum Aufladen angestöpselt. Ein Fenster ohne Glas, nur mit einem Gitter mit großen Abständen versehen… Als ich am nächsten Morgen wieder langsam ins Leben zurückkehrte, war meine Kamera verschwunden, mitsamt der Speicherkarte mit ALLEN Fotos der vergangenen 3 Wochen. In der örtlichen Polizeistation hatte man keine Zeit, sich zu kümmern, schließlich rückte Weihnachten mit Riesenschritten näher und die Weihnachtsbeleuchtung musste noch angebracht werden. Also ab in die nächste große Stadt, Santa Marta. Auch dort war es nicht ganz einfach, doch dank meines unermüdlichen Reiseleiters wurde schließlich doch alles offiziell zu Papier gebracht, so dass ich zumindest etwas für die Versicherung auf der Hand hatte. Und eine kolumbianische Polizeistation hat sicher auch noch nicht jeder von innen gesehen…

Was ich für mich mitgenommen habe? Natürlich ein Bausteinchen mehr für meine Zuversichtsschutzmauer mit Namen „Wird schon!“. Denn auch wenn es in dem Moment ziemlich furchtbar für mich war, so hat mir der Zusammenhalt in der Reisegruppe unheimlich geholfen. So haben mir meine lieben Mitreisenden mit dem Gepäck geholfen, mich verarztet und mich vor allem auch mit ihren Fotos versorgt, nachdem meine Bilder ja für immer verloren waren. Danke dafür!

blogparade-mein-mantra-marion_html_50257da0 Das Fischerdörfchen Taganga in Kolumbien

Nicht vergessen…
Irgendwie klingt es so, als ob ich sehr viel Pech auf Reisen hätte. Doch wenn man viel unterwegs ist, kann einfach auch immer mal was schief gehen. Vor einigen Jahren habe ich mich dann noch viel mehr aufgeregt. Denn ich hasse es, wenn ein Plan nicht funktioniert und will eigentlich den perfekten Urlaub haben, und zwar genau so, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich muss zugeben, ich bin da etwas perfektionistisch veranlagt. Aber gerade die Reisen, auf denen etwas schief gegangen ist, sind oft die, an die man am meisten zurück denkt. Und zwar nicht, weil nicht alles so lief wie geplant, sondern weil man im Nachhinein Geschichten zu erzählen hat. Geschichten, die abenteuerlich klingen, die das Salz in der Suppe der Perfektion sind. Geschichten, an die Du Dich auch in vielen Jahren noch erinnerst und die Dir etwas für’s Leben beigebracht haben: Das Vertrauen, dass sich alles zum Guten wenden wird, dass alles halb so wild ist. Und wenn es Dir das nächste Mal so vorkommt, als ob wirklich alles verkehrt läuft, denk dran: „Wird schon!“

Anna von die Gradwanderung

mantra_parade

Die Blogparade zum Thema „mein Mantra auf Reisen“, die Orientierungshilfe, an der man sich in besonders brenzligen Situationen festhält, wurde von Irene ins Leben gerufen und ich habe mich ihr sehr gerne angeschlossen.
Nun, was ist mein persönliches Mantra auf Reisen? Habe ich überhaupt eins?
Ich habe einen Moment gebraucht, bevor ich mir darüber klar geworden bin, was die Antwort auf diese Fragen ist, denn um ehrlich zu sein habe ich mir darüber noch nicht viele Gedanken gemacht. Weder auf Reisen, noch davor oder danach. Ich fahre schließlich nicht los und denke die ganze Zeit an einen bestimmen Satz oder eine ausgefeilte Phrase, die mich die Reise über als Mantra und Hilfe begleitet. Wieso mache ich dann aber bei dieser Blogparade mit? Bin ich hier nicht viel eher falsch?
Nein, finde ich. Denn ein Mantra muss meiner Meinung nach nicht immer ein Satz sein, den man gebetsmühlenartig aufsagt, der wie die graue Eminenz im Hintergrund des Bewusstseins immer und überall präsent ist. Ein Mantra kann auch eine Einstellung sein, die man mitnimmt, die einen begleitet und das nicht nur auf Reisen, sondern auch im Alltag.
Unter diesem Vorzeichen möchte ich deshalb den Ausdruck Mantra für mich eher durch das Wort Maxime, Prinzip oder Konstante ersetzen. Denn bestimmte Grundsätze, nach denen man lebt, hat fast jeder den ich kenne.

Ich weiß, das klingt jetzt alles wie der Anfang eines wissenschaftlichen Aufsatzes (schuldig im Sinne der Anklage, manchmal kann ich einfach nicht aus meiner Haut raus). Deshalb komme ich mal auf den Punkt: Nein, ich habe kein Mantra, ich habe keinen Leitsatz oder Motto, aber ich habe bestimmte Konstanten, die mich auch (aber nicht nur) beim Reisen begleiten und auf die ich zurückgreifen kann, wenn eine Situation brenzlig wird.
So. Um beim Thema Reisen zu bleiben (und nicht in eine ethische Diskussion über Normen und Werte auszuufern) ist diese Konstante für mich in Bezug auf das Thema vor allem die Planung, die ich im Vorfeld erarbeite.

Das heißt: Je nach Urlaub plane ich die Route, schaue mir an, wie ich von A nach B komme, wie die Sicherheitslage in dem bereisten Ort ist, was ich im Vorfeld klären muss, um einen schönen Aufenthalt zu haben, welche Dinge ich mir anschauen möchte, was der Spaß kostet, mit welchen Zeitspannen ich rechnen muss, um mich fortzubewegen. Oder einfach gesagt: Ich bereite mich vor.
Das heißt aber alles nicht, dass ich keinen Platz mehr für spontane Entscheidungen lasse. Zugegebenermaßen weiß ich aber trotzdem gerne, wohin mich der Wind (oder besser gesagt der Mietwagen) am Ende des Tages trägt.
Die Planung einer Reise ist für mich also gewissermaßen das Grundprinzip, an dem ich mich orientieren kann, das mir Sicherheit gibt, und ich greife gerne auf das Wissen zurück, das ich mir im Vorfeld angeeignet habe. Dennoch bin ich immer auch offen für neue Vorschläge und Abzweigungen am Rande des Weges.

Was passiert nun aber, wenn die Planung versagt? Wenn ich auf einmal ohne diese Sicherheit dastehe?
Das ist eigentlich ganz einfach: Dann greift Plan B, auch genannt „spontane Improvisation“. Und auch in dieser Situation profitiere ich noch von meiner vorangegangenen Planung.
Klingt paradox? Ist es aber nicht. Sagen wir, das Hotel, das ich gebucht hatte, steht aus irgendeinem Grund nicht zur Verfügung (und zwar gar nicht, nicht nur nicht das gewünschte Zimmer), dann erinnere ich mich an meine Hotelrecherche und kann im besten Fall zu meiner zweiten oder dritten Wahl laufen und schauen, ob ich dort ein Dach über dem Kopf finde, ohne willkürlich irgendein Nachbarhotel auswählen zu müssen.

In bestimmter Weise hilft mir die Planung also auch in brenzligen Situationen. Natürlich kann es immer mal vorkommen, dass alle Seile reißen und man tatsächlich auf gar nichts im Vorfeld Erlesenes zurückgreifen kann, aber das macht für mich den Reiz des Reisens aus.
Dennoch nehme ich solche Situationen ungern bewusst in Kauf und versuche deshalb das Risiko so weit zu minimieren, wie es eben möglich ist. Das hat dann vielleicht nicht immer etwas mit der Art zu Reisen zu tun, die viele andere bevorzugen, aber im Endeffekt muss ich mich unterwegs wohl fühlen. Und das tue ich, indem ich plane.

Vielen Dank für das schöne Thema!

Julia von Globusliebe

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Bevor mich das Reisefieber so richtig packte, hatte ich einen normalen Job, verdiente normales Geld und führte ein naja relativ normales Leben. Okay, so ganz normal war ich eigentlich noch nie, aber das spielt jetzt hier keine Rolle.

Ich arbeitete tagtäglich in einem Büro in der Kleinstadt, in der ich lebte und träumte von der großen weiten Welt. Schon damals hätte ich lieber die Welt bereist, wäre lieber mit dem Backpack durch Asien gezogen oder hätte in einem alten Campervan in Australien gelebt, anstatt mit Blazer an meinem Schreibtisch zu sitzen und Kunden zu beraten.

Plötzlich entschied ich mich dazu mein Leben umzukrempeln, aus dem Alltag auszubrechen und das Hamsterrad zu verlassen. Ich kündigte meinen Job, zog hinaus in die Welt und lebte mein Leben, denn ich kapierte endlich, dass ich nur dieses eine Leben habe.

Mir wurde bewusst, dass es keine zweite Chance gibt, all die Dinge zu erleben, die ich erleben möchte. Das Leben ist nun mal keine Generalprobe für später. Ich nahm mein Leben in die eigene Hand und begann endlich damit glücklich zu sein. Mein Mantra, der Leitspruch, der mein tägliches Leben bestimmt, lautet deshalb:

This is your life. Make every moment legendary!

Mein Mantra bedeutet für mich, dass ich frei sein kann, dass ich selber entscheiden kann was ich tun und lassen möchte. Es hilft mir dabei meine Träume zu verwirklichen, denn ich möchte am Ende meines Lebens nicht bereuen irgendwelche Dinge nicht getan zu haben.

Ich versuche den Moment zu leben und nicht zu viel an die Zukunft zu denken, denn es kommt sowie immer alles anders als man es plant. Ich möchte im Hier und im Jetzt leben und meine Träume nicht auf später verschieben. Deshalb reise ich so lange ich jung bin. Ich möchte alle Länder dieser Erde entdecken, ich möchte in andere Kulturen eintauchen, ich möchte Neues lernen und ich möchte leben!

Wie ich alles hingeschmissen habe, um meinen Traum zu leben und warum du das auch tun solltest, habe ich übrigens hier aufgeschrieben.

Irene von The Black Hoodie Blog

Mein persönliches Mantra beim Reisen hört sich auf den ersten Blick ein wenig „emo“ an.

Without the rain, there would be no rainbow.

Sprich in einfachen Worten, die schlechten Zeiten gehören zum Leben genauso dazu wie die guten Zeiten und sie sind nun einmal notwendig. Notwendig, um uns die guten Zeiten noch intensiver erleben zulassen und diese noch mehr zu schätzen.

Ich hatte bis jetzt immer Glück auf meinen Reisen (*auf Holz klopf und hinter meine Schulter spuck*), aber im Leben hatte ich es nicht immer so einfach. Besonders mein Kindes- und Jugendalter war hart. Als einzige asiatisch aussehende Schülerin in einem kleinen Dorf in Ostwestfalen wurde ich nahezu jeden Tag gemobbt (Kinder können solche Arschlöcher sein).

Aber das ist ein völlig anderes Thema, deshalb versuche ich jetzt mal dem Motto treu zu bleiben. Hier eine kurze Anekdote von mir und meinem Mantra auf Reisen.

Wie jeden Backpacker in Thailand hat es dann auch mich nach 3 Wochen in dem Land mit einer der heftigsten Magen-Darm-Infektionen meines Lebens erwischt (Ich dachte ich muss sterben – zumindest dachte das mein theatralisches ich). Und obwohl ich gefühlt im Sterbebett lag, konnte ich aus der Situation auch etwas Positives entnehmen.

Krabi_Beach

Was war passiert?
Ich war in Krabi und dort hab ich ein tolles Hostel mit einem 24-er Bett Zimmer gefunden, das aber zu dem Zeitpunkt nicht voll belegt war (wir waren glaube ich 18, was immer noch eine stolze Nummer ist). Wie dem auch sei.

Auf zu den Scooter(n?)
Eines Abends wollten wir alle zusammen essen fahren, also sind wir los. Wir – 12 Mann – sind nach Krabi Town gefahren und nach einem 20 minütigen Trip durch Thailands schöne klare Nacht waren wir auch angekommen. Sechs von uns haben sich das gleiche Gericht bei dem selben Food Stand geholt und drei von uns wurden noch in der gleichen Nacht krank. Ohne zu übertreiben, mich hat es am härtesten erwischt. Am nächsten Tag hatte ich eigentlich eine Kanu-Tour durch Krabis Grotten geplant, die mich 1000 THB gekostet hat, aber ich konnte mir das natürlich abschminken.

Oh, du schöne Kloschüssel!
Ich war so krank, dass ich für die nächsten drei Tage Game-Over war. Nichts ging mehr.
Ich will euch jetzt mal mit den Details verschonen, aber es war so schlimm, dass ich angefangen habe zu weinen. Japp, und das wie ein Schlosshund (ich steh dazu!). Ich wollte am liebsten nach Hause zu meiner Mama. Ich glaube ihr kennt das, wenn man mal richtig krank ist, dann will man irgendwie immer nach Hause. Zumindest ist das bei mir der Fall. In dieser Zeit wünscht man sich, man wäre nicht alleine am Reisen, sondern jemand wäre da, der einen hilft und Wasser, Essen und Medikamente ans Bett bringt. Und ich hatte Glück. Während ich krank war hat sich ein Travel Mate als wahrer Freund entpuppt. Sein Name ist Haikal. Er kommt aus Malaysia. Er hat mir Obst gebracht, mich zum Apotheker für Nachschub gefahren und sogar die Nachmittage bei mir am Bett gesessen und mich versucht abzulenken.

Was ist die Moral von der Geschichte?
Ja klar, wenn ich die Wahl hätte wäre ich lieber nicht krank geworden und hätte den Kanu-Trip gemacht. Aber ich habe auch während des krank seins, der metaphorisch für den Regen steht, auch einen echten Freund, den Regenbogen, gefunden. Wir haben uns dann in Singapur wieder getroffen und haben gemeinsam das „Land“ (eher Stadt) erkundigt und sind bis heute im guten Kontakt. Und irgendwie bin ich mir auch sicher, dass ich ihn noch einmal wiedersehen werde.

Ich glaube aus allen negativen Situationen, kann man etwas Gutes entnehmen, wenn man sich darauf einlässt. Und ich finde anstatt sich in Selbstmitleid zu versenken, sollte man versuchen das Beste draus aus der Situation zu machen. Okay, man sollte sich seine 10 Minuten fluchen und die Wutattacken gegen die Welt schon gönnen, um dem Herzen Platz zu machen, aber dann sollte auch Schluss sein.

Es ist nicht immer einfach, aber es ist möglich. Denn es sind vor allem die schlechten Zeiten unseres Lebens, ob beim Reisen oder im Alltag, die uns am besten prägen und den Charakter bilden. Leider sehen wir es oft immer erst im Nachhinein, aber die Einsicht wird kommen. Also, warum sich nicht gleich denken, „Hey, without the rain, there would be no rainbow!“ und das beste draus machen?

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2 Comments

  • Reply
    Anna
    June 10, 2015 at 9:07 pm

    Hallo Irene,

    vielen Dank noch einmal für deinen tollen Einfall und dass du dir die Mühe gemacht hast, die ganzen Artikel zusammen auf deinem Blog zu veröffentlichen. Ist schön geworden!

    Alles Liebe,
    Anna

    • Reply
      Eireeen
      June 13, 2015 at 2:37 am

      Liebe Anna,

      Danke dir und hab ich doch gerne gemacht! War auch wirklich wunderbar mit euch allen zusammengearbeitet zu haben!

      Liebe Grüße

      Irene

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