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Alleinreisen Ratgeber für Reisende

Wie finde ich Anschluss beim alleine reisen?

Ich würde ja gerne alleine reisen, aber was ist wenn ich keinen Anschluss finde?

Was sollen die anderen von mir denken, wenn ich alleine am Strand liege – oder noch schlimmer, wenn ich alleine im Restaurant esse?

Die anderen denken vielleicht noch ich hab keine Freunde!

Kannst du dich mit diesen Gedanken identifizieren? Dann geht es dir wahrscheinlich genauso wie den meisten, die sich fragen: Wie finde ich nur den Anschluss beim alleine reisen?

Immer wiederkehrende Angst versaut einem die Gedanken an Palmen, Sonne und unfassbare Naturweiten. Aber was ist diese Angst, die uns begleitet und im Vorfeld schon in unserem Ohr sitzt und die Klappe nicht halten kann?

Wieso haben wir Angst?

Wir Menschen haben vor allem Angst vor dem Ungewissen und diese Ungewissheit ist es, die unsere Fantasie mit Horrorszenarien füttert.

So passiert es schnell, dass wir uns selbst alleine beim essen im Restaurant sehen, während alle um uns herum mit dem Finger auf uns zeigen.

Wir sehen uns alleine im Hostel ankommen und niemand redet mit uns.

Wir sehen uns mit weiten Augen durch die Straßen einer aufregenden Stadt schlendern ohne den Moment mit jemanden teilen zu können.

Bullshit.

Weil wir es nicht besser wissen, denken wir so und versuchen aus dem Ungewissen etwas Gewisses zu machen – und das oft zu unserem Nachteil.

Wir dealen lieber mit dem worst case und bereiten uns mental schon einmal auf das aller Schlimmste vor, anstatt positiv zu denken.

Ich muss gestehen ich bin da ähnlich. Bei jeder Reise, die ich antrete flattern mir die Knie, aber nicht weil ich Angst habe keine Kontakte zu knüpfen, sondern weil es einfach aufregend ist. Ein Adrenalinrausch. Ein neues Land, neue Umgebung, neue Menschen. Ich habe keine Angst davor alleine zu sein. Believe me, wenn du erst einmal los bist dann weißt du wovon ich spreche.

In meinen ganzen Solo-Backpacking Trips, durch Thailand, Malaysia, Indonesien, Singapur, durch Neuseeland oder durch Kalifornien ist „kein Anschluss finden“ noch nicht einmal vorgekommen – nicht ein einziges Mal.

Aber lass uns einen Schritt zurück gehen und erst einmal herausfinden was da eigentlich gefühlstechnisch in uns los ist.

Die Angst vor dem alleine sein ist recht bekannt, besonders unter Frauen.

Aber wenn wir mal ehrlich sind, ist es eigentlich nicht unbedingt die Angst vor dem alleine sein an sich, sondern doch viel eher die Angst davor was die anderen von uns halten. Die Angst verurteilt zu werden und ausgeschlossen zu sein.

Deswegen zwingen wir uns auch oft in so viele soziale Interaktionen wie möglich. Warum? Na je sozialer wir sind, je mehr Menschen wir um uns herum haben und je mehr am Wochenende los ist, umso besser und beliebter fühlen wir uns doch.

Warum das so ist?

Weil es in der Gesellschaft verankert ist. Das fing schon in der Grundschule an. Wenn man da nicht die richtigen oder überhaupt Freunde hatte, dann konnte man einpacken. Kinder können grausam sein.

Die Verankerung dieser gesellschaftlichen Ansicht macht es deshalb auch so schwer ‚Alleingänge’ zu akzeptieren ohne sie gleich mit mitfühlenden Dackelblick zu betrachten.

Eine Reise in ein anderes Land, ist oft ein Reise in dir selbst

Ich gehe sau gerne alleine ins Café, um ein Buch zu lesen oder an meinem Blog herumzuwerkeln. Ich kann auch ohne Probleme alleine ins Kino gehen. Why not?

Wir alle sollten viel öfter etwas alleine unternehmen. Es ist gesund und es stärkt die Verbindung zu dir selbst.

Wir denken tagtäglich über all diese Menschen (Arbeitskollegen, Freunde, Beste Freundin, Familie, Partner oder auch Ex) da draußen nach, aber denken wir auch mal ganz bewusst über uns selbst nach? Was mag ich, wohin will ich in meinem Leben, wer ist mir wirklich wichtig, warum bin ich hier oder wer weiß was für philosophische Gedankengänge (Hab ich Angst vor dem Tod?).

Alleinreisende oder Menschen, die sich endlich mal Zeit für sich nehmen, haben die einmalige Möglichkeit über die wesentlichen Dinge im Leben nachzudenken – ohne Ablenkung durch Andere.

Deswegen ist alleine reisen ja auch so geil! Deswegen kommt man auch als veränderte Person wieder, weil man auf Reisen reflektieren kann. Weil eine Reise in ein anderes Land, oft eine Reise in dir selbst ist.

Wenn dir diese Möglichkeit erst einmal bewusst bist, dann wird dir hoffentlich auch schnell klar, dass du den Anschluss nicht unbedingt brauchst, um im neuen Land klar zu kommen.

Und das ist der Schlüssel des Ganzen.

Wenn du nicht direkt auf den Anschluss mit Menschen angewiesen bist, stehst du weniger unter Druck und wirkst weniger desperate. Wenn du verstehst was ich meine.

Das schlimmste sind die Menschen, die so verzweifelt nach Kontakt suchen, dass es schon unangenehm ist und merkwürdig wirkt. Auch wenn sie es nicht so meinen, kommen sie dann bedürftig und unselbstständig rüber.

Deshalb einfach locker bleiben! Wenn sich der Kontakt ergibt (was 100% so sein wird) – gut, und wenn nicht dann eben nicht, denn dann hast du die einmalige Möglichkeit quality time mit dir selbst zu verbringen.

Ich will dir natürlich nicht einreden, dass eine Reise nur dazu da ist, um über sich im Klaren zu werden.

Es geht bei Reisen um vieles mehr, so wie das Land, die Leute, die Kultur, die unglaublichen Naturlandschaften und auch die Menschen, die in dein Leben treten.

Ich will dir nur zeigen, dass Anschluss finden nicht das A und O ist. Es ist definitiv Teil der Experience, aber mit dem Anschluss finden fällt und steht eine Reise nicht. Dafür sind die anderen Komponenten wichtiger.

Merk dir einfach auch wenn du nicht direkt weisst was der andere denkt, kannst du davon ausgehen, dass er genau wie du Angst hat keinen Anschluss zu finden und darauf bemüht ist Kontakte zu knüpfen. Das ist schon ein Punkt, den ihr gemeinsam habt und auf den Punkt kann man dann aufbauen.

Und jetzt, fragst du dich?

Jetzt gebe ich dir natürlich auch ein paar praktische Tipps, die dir den Gedanken an das alleine Reisen ein wenig erleichtern können.

Übungen

Versuche dich doch schon einmal im Vorfeld daran zu üben alleine unterwegs zu sein. Such dir zum Beispiel ein tolles Restaurant oder ein coole Bar aus und gönn dir einen netten Nachmittag/ Abend mit dir selbst.

Wenn dir das Ganze doch zu unangenehm ist, dann nimm dir ein Buch mit! Beschäftigt wirken reduziert das Gefühl, sich darum Gedanken zu machen was andere von einem halten könnten.

Oder gehe alleine in eine Galerie oder Museum? Das fällt so einigen leichter, weil man sich da nicht so wie auf einem Präsentierteller fühlt wie im Restaurant.

Und weil wir ja eigentlich die sogenannten Do’s schon kennen müssten, zähle ich dir lieber meine persönlichen Don’t’s mit auf.

Don’t’s

Ein Arschloch sein.

Sprich freundlich mit anderen, auch wenn du einen anstrengenden Tag hattest. Der andere kann nichts dafür, und wenn du gleich in den ersten Momenten unsympathisch wirkst, kann Kontaktknüpfen schwer werden.

Über-bedürftig sein.

Du bist eine starke Person. Deshalb merke dir, dass du nicht unbedingt auf den Kontakt mit den Anderen angewiesen bist. Die Reise hat noch viel mehr zu bieten, als nur das Kennenlernen von anderen Reisenden.

Zu offen sein.

Wie jetzt? Man kann zu offen sein? Yes, kann man.

Bitte, oh bitte teile uns nicht gleich deine komplette tragische Lebensgeschichte an einem vollbesetzten Lagerfeuer mit. Es ist unnatürlich, wenn sich ein Mensch in kürzester Zeit so extrem öffnen kann.

Und was sagt das über dich aus, wenn du den Menschen so easy vertraust? Ist wie mit der Inflation. Dein Vertrauen scheint nichts Wert zu sein.

Nicht zwischen den Zeilen lesen zu können.

In den seltensten Fällen (meist wenn du auf Reisende triffst, die zu zweit oder in Grüppchen reisen) wollen die anderen einfach auch keine neuen Leute kennenlernen und sich lieber mit sich selbst beschäftigen.

Ist ja auch gar kein Ding!

Versuche deine Fühler dafür zu sensibilisieren und lass sie weiterziehen. Schau einfach, dass du auf Menschen triffst, die wie du alleine unterwegs sind.

Negativität ausstrahlen.

Bleib positiv und locker. Das schlimmste was du tun kannst ist von Anfang an negativ zu denken und deine Negativität auch auszustrahlen. Immerhin machst du da gerade die Reise deines Lebens, das hat Lob verdient und du solltest dich mega fühlen!

Fazit?

Merke dir, du bist nicht auf den Kontakt mit anderen angewiesen, dafür hat ein Reise noch so viel mehr zu bieten als den Anschluss mit anderen zu finden. Wenn du das erst einmal realisiert hast, nimmt dir das auch den Druck andere kennenzulernen und du gehst mit Leichtigkeit an die Sache ran – mit Erfolg!

So oder so, so lange du kein Arsch bist, wirst du 100% Anschluss finden – garantiert.

Angst vor etwas zu haben heißt auch, dass wir vor etwas großartigem stehen! Etwas, dass unsere Ehrfurcht auch verdient hat und wenn wir die Angst dann erst einmal überwunden haben, fühlen wir uns umso befreiter!

Was hält dich jetzt noch ab alleine loszuziehen?

Signatur_dunkler


 

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Ich bin dabei!

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2 Comments

  • Reply
    Ela
    March 22, 2016 at 2:59 pm

    Ich finde es immer wieder schwierig, Anschluss zu finden beim allein Reisen. Vor allem bei Städtetrips wo eben nicht die üblichen Backpacker im Cafe herumhängen sondern einfach ganz normale Leute, die ihren Alltag haben, sich mit Freunden treffen… Da kann Anschluss finden durchaus schwieriger sein. Mir hilft es dann z.B. über Airbnb oder Couchsurfing Kontakte zu knüpfen 🙂
    Alleine im Restaurant essen werde ich aber glaube ich immer hassen..
    Liebe Grüße,
    Ela

    • Reply
      Eireeen
      March 26, 2016 at 2:26 am

      Hi Ela,

      Da hast du vollkommen recht! Couchsurfing ist eine super Plattform, um schnell Bekanntschaften zu machen! Aber das Schöne am Reisen…du musst nicht unbedingt immer neue Menschen kennenlernen. Du kannst dir auch Zeit nehmen, um dich selbst mal richtig kennenzulernen! Ich finde Me-Time so wichtig! Im Restaurant alleine essen ist nicht leicht, aber total machbar. Ist alles Kopfsache! 🙂

      Liebste Grüße

      Irene

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