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Gros Morne Nationalpark: Die 3 faszinierendsten Wanderwege

Gros Morne Nationalpark. Nach 5 Stunden wandern, über Steine springen, durch Hüfthohe Gräser gehen, fast in Flüsse fallen und an Wurzeln hochziehen und durch kleine Felsenlücken krabbeln, haben wir die unglaublich belohnende Aussicht endlich genießen können.

Der Ausblick war nicht von dieser Welt – das kann ich dir sagen. Es hat sich viel mehr angefühlt wie eine Wanderung durch die Vergangenheit. So unberührt und einfach voll satter Natur. Der Western Brook Pond Wanderweg an den Long Range Mountains,  zählt zu meinem absoluten Favoriten (mehr dazu und warum wir die Wanderung fast verpasst haben, siehe unten Nr. 3).

In diesem Artikel berichte ich über die beeindruckendsten Wanderwege im Gros Morne Nationalpark.

1. The Tablelands (4 km, Schwierigkeitsgrad: Leicht)

Tablelands, Neufundland, Kanada

Der einzige Ort, an dem man der Erdmantel für das Menschliche Auge zu sehen ist. Krass, oder? Ich meine wir reden hier von dem Erdmantel. Wie ist das überhaupt möglich, Leute?

Also anscheinend war es so. Vor unzähligen Hundertmillionen Jahren sind die Tablelands entstanden und zwar durch die Kollision der Erdplatten. Dadurch ist der Erdmantel hervor geschoben worden. Wahnsinn, oder? Hier kannst du die ungewöhnliche Pflanzenwelt, die Steinformationen und die einzigartige Tierwelt entdecken. Insbesondere die Steinformationen erinnern mich an den Mars.

Die Wanderung an sich ist relativ einfach und erfolgt an einem befestigten Weg, du kannst aber auch außerhalb des Weges gehen und so mehr entdecken. Was mich insbesondere so fasziniert hat war der Kontrast in der Umgebung. Auf der einen Seite siehst du grüne Berge und blaues Salzwasser, auf der anderen Seite siehst du die ausgedehnten braunen Steine des Erdmantels.

Am Ende der Wanderung erwartet dich ein Fluss und der Ausblick auf die Gletscher. Dort kannst du eine kleine Pause einlegen und einen Snack genießen.

  • Mein Highlight: Du kannst auf dem Erdmantel gehen, das ist eine einzigartige Erfahrung.

2. Green Gardens (10 km, Schwierigkeitsgrad: Mittel)

Green Gardens ist wieder Name schon sagt ein grüne Oase und der perfekte Ort, um die kontrastreichen Landschaften des Gros Morne Nationalparks zu entdecken. Der Wanderweg beginnt mit der wüstenartigen Aussicht der Tablelands  und verändert sich dann aber zu satten Wäldern, entlang der fruchtbaren vulkanischen Meeresküste.

Doch bis man zu dem vulkanischen Strand kommt, muss man zunächst 4,5 km hinter sich lassen. Und diese km haben es in sich. Ich kann mich noch sehr gut an die Anstrengung erinnern, da man viel auf und ab gehen musste. Es ist also recht hügelich. Nichts desto trotz gibt es an den Steigungen, Holzstufen, die das wandern ein wenig erleichtern.

An der Küste angekommen kannst du an den Klippen sogar campen. Für mich persönlich ein unheimlich romantisches Erlebnis, von dem ich aber nicht wusste, dass es überhaupt ein Ding war. Also, jetzt weißt du es. Man kann in den Green Gardens an den Klippen, also nicht direkt an der Klippe, das wäre zu gefährlich, aber ein paar Meter rein in Richtung Wald campen. Nur musst du halt alles selbst dorthin schleppen, sei dir dessen bewusst und du brauchst eine Genehmigung – nicht vergessen.

Dennoch, eine mega coole Erfahrung. Wer kann schon sagen, dass er an Klippen gecampt hat? Durch den wunderschönen Ausblick, kannst du die Zeit sehr leicht aus den Augen verlieren und eigentlich Stunden damit verbringen, die Gegend zu erkunden. Witzigerweise findest du an der Klippe auch vor allem viel Elchkot. Anscheinend genießen sie auch gerne die Aussicht.

Wir sind dann leider nicht mehr weiter gegangen, weil wir viel zu KO waren. Wenn du aber willst, kannst du die vollen 10 km machen.

  • Mein Highlight: Die Aussicht von den Klippen auf das Meer und dem vulkanischen Strand

3. Western Brook Pond (18 km, Schwierigkeitsgrad: Schwer, aber wie!)

Ganz wichtig, ich selbst habe es nämlich voll vercheckt und fast war es mir nicht möglich gewesen die große Wanderung zu machen, da man dafür einen Tourguide braucht. Man kann das absolut nicht alleine machen.

Es gibt einmal den kleinen Western Brook Pond Wanderweg, der nur 3 km lang ist. Der Weg ist super leicht und hat keine Steigungen und sogar einen glatten mit Kieselsteinen bedeckten Wanderweg – easy peasy. Er führt an den Bergen entlang und so kann man sie zumindest vom Weiten bewundern. Es gibt auf diesem Wanderweg einen See und wenn der Wind ganz leise ist, dann spiegeln sich in ihm die Berge. Das ganze sieht total surreal aus.

Western Brook Pond, Neufundland, Kanada

Dann gibt es noch die Western Brook Pond  Bootstour, die durch den majestätischen Fjord führt. Eine super Erfahrung, die du dir meiner Meinung nach nicht entgehen lassen solltest. Sie dauert ungefähr eine Stunde und du fühlst dich in der Zeit zurück versetzt. Es kam mir hier auch so ähnlich vor wie in Neuseeland als ich mit dem Boot durch die Milford Sounds gedüst bin. Wie eine Reise durch die Vergangenheit.

Western Brook Pond, Neufundland, Kanada

Zu Guter letzte gibt es aber dann noch die Tageswanderung. Die wollten wir unbedingt machen. Um die musst du dich auf jeden Fall im Vorfeld kümmern, da in der Hochsaison die Plätze schnell verbucht sind. Wir hatten unheimlich Glück, dass wir es last Minute noch geschafft haben, die Buchung zu sichern. Die Wanderung ist die schwerste, die ich hier in Kanada und eigentlich auch in meinem ganzen Leben gemacht habe, aber die Aussicht lohnt sich, oder?

Für die ganz harten gibt es die mehrtätige Wanderung. Die geht dann über mehrere Tage und liegt bei 32 km Länge.

  • Mein Highlight: Das Erlebnis durch die unberührte Wildnis zu wandern und die Aussicht. Die Aussicht war DER Hammer, oder?

Was sagst du, ist der Gros Morne Nationalpark jetzt auch auf deiner Liste?

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